Mama Alltag vereinfachen: Die 2-Minuten-Regel, die wirklich funktioniert

Mama Alltag vereinfachen mit der 2-Minuten-Regel — Blogartikel Alltagszauberin

Mir ist gerade bewusst geworden, wie sehr ich das „Mama Alltag vereinfachen“ mittlerweile verinnerlicht habe, und ich freue mich gerade richtig darüber, in meiner kurzen Arbeitspause.

Vorhin bin ich vom Laptop aufgestanden, kurz zur Toilette gegangen, wollte mir die Hände waschen, aber der Seifenspender war leer.

Ich ging automatisch zum Vorratsschrank und füllte ihn nach. Wie ich gerade dabei war, nahm ich direkt den zweiten am anderen Waschbecken, dann den im Gäste-WC, ging gleich in die Küche und in den Hauswirtschaftsraum.

Alle fünf Seifenspender sind jetzt wieder ganz voll, und ich habe lange Ruhe.

Früher war das anders.

Ich hätte schnell den Seifenspender meines Mannes benutzt und gedacht: Mach ich später. Jetzt will ich erst meinen Content fertig planen.

Beim nächsten Versuch, die Hände zu waschen, wäre dann schon ein kleines Knistern in mir entstanden: Mist. Das wollte ich doch noch. Aber jetzt muss ich schnell zur Schule.

Von der Arbeit zurück, das nächste Mal, und die Gedanken wurden immer vorwurfsvoller, klangen fast, als sei ich meine eigene Mutter: Ganz toll, Steffi. Immer noch nicht gemacht. Das ist wieder typisch. Nach der Gassi-Runde ist das das Erste, was du tust, aber jetzt müssen die beiden erst raus.

Nach der Runde piepte die fertige Waschmaschine, die Hände wurden direkt im Hauswirtschaftsraum gewaschen, die Wäsche aufgehängt, und der Seifenspender war vergessen. Schon wieder. Ich hatte noch eine Stunde Zeit, um am Laptop zu arbeiten, bevor ich mit dem Kochen für das Abendessen beginnen wollte. Die Zeit verging wie im Flug. Eine halbe Stunde länger als geplant.

Jetzt aber schnell. Sonst wird es zu spät für den deftigen Auflauf.

Kurz zur Toilette und…

Du ahnst es schon.

Wieder der Ärger über mich selbst, weil mein Seifenspender immer noch leer war. Aber jetzt musste ich wirklich dringend kochen. Danach essen, die Küche aufräumen, noch einmal kurz an den Schreibtisch. Und dann war endlich gemeinsamer Feierabend mit meinem Mann auf dem Sofa.

Spät abends, kurz vor dem Schlafengehen, war der Seifenspender immer noch leer, und die negativen Gedanken wurden noch lauter.

Zu müde. Zu erschöpft, um es noch zu erledigen.

Und womit wurde ich am nächsten Morgen als Erstes konfrontiert?

Genau. Der leere Seifenspender. Und sofort waren die negativen Gedanken über mich schon wieder da.

Das Tückische daran: Mein Kopf war immer so voll mit so vielen kleinen To-dos und Dingen, an die ich denken musste, dass ich den Seifenspender immer wieder vergessen habe, und nur daran erinnert wurde, wenn ich ihn nutzen wollte. Und dieses Vergessen habe ich als meinen Fehler, meine Schwäche gesehen und jedes Mal heftiger verurteilt. Auch die Dinge, die ich an dem Tag geschafft und geleistet habe, wurden von dem Groll gegen mich völlig überschattet.

Wegen eines Seifenspenders oder ähnlichen kleinen Dingen fütterte ich meine negative Gedankenspirale.

Und fühlte mich in schlechten Momenten wie eine Komplett-Versagerin, die nichts auf die Reihe bekommt.

Das geht vielen Mamas so, die sich an mich wenden.

Kennst du das auch?


Heute ist es bei mir anders.

Und genau das ist mir gerade eben, durch meine Pause, bewusst geworden.

Mit meinem Milchkaffee in der Hand, in der Stille, und mir wurde klar, wie selbstverständlich das gerade war. Ich hatte nicht nachgedacht, als der Seifenspender leer war. Nicht mit mir verhandelt, ob ich Zeit habe. Kein: Mach ich später.

Ich habe es einfach gemacht.

Wie lange habe ich gebraucht, um dahin zu kommen.

Wie oft habe ich vorher die 2-Minuten-Regel hinterfragt.

Ob sie wirklich „die Lösung“ für mich ist.

Ob ich das wirklich durchhalte.

Ob ich nicht doch lieber… kurz warte.

Und jetzt?

Ich mache es einfach.

Ohne Nachdenken.

Ohne Energie dafür aufwenden zu müssen.

Ohne einen einzigen schlechten Gedanken.

Genau das ist der Unterschied.

Was ist die 2-Minuten-Regel eigentlich?

Die Idee stammt von David Allen, aus seinem Buch Wie ich die Dinge geregelt kriege.

Sie ist denkbar einfach:

Wenn eine Aufgabe weniger als 2 Minuten dauert, mach sie sofort.

Nicht später.
Nicht auf deine Liste schreiben oder im Kopf abspeichern wollen.
Nicht „Mach ich gleich noch“.
Nein.
Jetzt. 2 Minuten.

Klingt banal, oder?

Ist es aber nicht.

Denn diese kleinen Aufgaben sind nicht das Problem, sie sind die Geräusche im Hintergrund, die deinen Kopf laut machen. Jede einzelne davon kostet dich mehr Energie als das Erledigen selbst.

Du denkst daran. Du vergisst es. Du denkst wieder daran. Du ärgerst dich. Du nimmst es dir vor. Du vergisst es wieder. Der Ärger wird immer größer. Und zu einer kleinen aufgeschobenen Aufgabe kommen viele weitere.

Das ist kein Charakterfehler.

Das ist ein voller Kopf.

Und die 2-Minuten-Regel räumt diesen Kopf auf, eine kleine Sache nach der anderen.

Wie sieht das konkret aus?

Ein paar Beispiele aus dem echten Alltag:

Dein Seifenspender ist leer? Füll ihn sofort auf. Im besten Fall gleich alle im Haus.

Du schließt das Schlafzimmerfenster nach dem Lüften und das Bett ist noch nicht gemacht? Mach es jetzt! Bevor du den Raum wieder verlässt.

Du öffnest einen Briefumschlag mit einer Rechnung, willst das Schreiben zurück in den Umschlag und dann erst einmal neben die Kaffeemaschine oder auf die Fensterbank stellen? Nein! Der Umschlag gehört sofort in den Papiermüll und die Rechnung dorthin, wo du dich um solche Sachen kümmerst. (Ich klemme so etwas unter meinen Laptop-Deckel, damit ich es als Erstes sehe, wenn ich das nächste Mal an den Schreibtisch gehe.)

Dein Auflauf braucht noch 20 Minuten im Ofen? Dann nutze die Zeit und räume direkt die Arbeitsfläche wieder auf, spüle Töpfe und Pfannen ab. Du wirst es dir nach dem Essen danken, wenn du es dann nicht mehr erledigen musst.

Du bist müde und willst ins Bett? Dann nimm dir noch 2 Minuten Zeit zum Aufräumen des Sofas, falte die Kuscheldecke und stelle die Gläser in die Spülmaschine.

Klingt nach wenig. Ist auch wenig, wenn du es sofort machst.

Klingt zu einfach. Ist es manchmal nicht. Weil die Aufschieberitis eben nicht einfach verschwindet. Weil der innere Schweinehund manchmal lauter ist als die Regel. Weil „später“ sich so verlockend anfühlt und jahrelang „funktioniert“ hat.

Aber genau da liegt der Trick: Die 2-Minuten-Regel funktioniert nicht durch Willenskraft. Sie funktioniert durch Tun und durch Wiederholung. Sie wird zur Gewohnheit. Sie fühlt sich immer besser an, weil der Kopf so viel leiser wird und die negativen Selbstgespräche leiser werden.

Irgendwann ist es kein Kampf mehr, es ist einfach das, was du tust.

So wie ich gerade mit meinen Seifenspendern.

Wie fängst du an?

Fang nicht mit einer langen Liste an. Fang mit einer Sache an, und knüpfe sie an etwas, das du sowieso jeden Tag machst.

Bei mir war es das Betten-Machen, das gerne mal den ganzen Tag vergessen wurde.

Meine Morgenroutine lief schon immer so: Aufstehen, Betten aufschlagen, Fenster auf, Badezimmer, Kaffee kochen, Hunde füttern, Kaffee trinken, Morgenrunde, Hände waschen, Fenster zu, Haushalt, Schreibtisch.

Neu kam dazu: Nach der Hunderunde, Hunde ableinen, an der Wohnungstür warten lassen, Hände waschen, Fenster zu, und ich mache sofort unser Bett und decke es ab.

Keine zwei Minuten. Zack, fertig. Und die Hunde haben dabei gleich noch geübt, ganz ohne Extraaufwand.

Diese Idee habe ich aus einem anderen Buch: James Clear, Die 1%-Methode. Er nennt es übrigens „Habit Stacking“, neue Gewohnheiten einfach an bestehende knüpfen.

Du bist nicht allein

Das geht vielen Mamas so, die sich an mich wenden. Du bist nicht die Einzige, die sich deswegen schlecht fühlt, und du bist auch nicht die Einzige, die einen Weg da raus finden kann.

Probier es einfach aus. Eine Sache. Heute.

Und falls du dabei einen Schubs in die richtige Richtung brauchst, ich bin gerne für dich da.

Wenn ich es geschafft habe, schaffst du es auch.

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Wenn dich das Thema Mental Load gerade mehr beschäftigt, als du zugeben magst, dann lies gern noch meinen Artikel dazu: Wenn der Kopf nicht aufhört zu arbeiten, Mental Load bei Mamas

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