Kennst du diesen Moment?
Es ist 23:30 Uhr. Du liegst im Bett. Eigentlich müsstest du schlafen.
Aber dein Kopf rattert:
Morgen ist gesundes Frühstück im Kindergarten, ich muss den Rohkostteller noch herrichten. Klingelt der Wecker früher? Lieber nochmal nachschauen. Und unbedingt noch in die Postmappe gucken. Die Anmeldung für die Ganztagsschule hat eine Frist. Ich brauche den Mittwoch und Donnerstag Nachmittag, damit ich arbeiten kann. Der Kinderarzttermin muss verlegt werden. Die Sommerjacken der Kinder sind zu klein. Gilt der Rabattcode von Bon Prix noch? Auf dem Rückweg muss ich noch den Anzug von der Reinigung holen. Mittwoch hat er sein wichtiges Meeting. Wann war nochmal die letzte Wurmkur beim Hund? Wenn die wieder fällig ist, könnte ich das gleich mit erledigen. Das spart eine Fahrt.
Und dann, irgendwo zwischen Einkaufsliste und Termin vom Elternabend, schläfst du ein.
Erschöpft. Ohne wirklich abgeschaltet zu haben.
Oder du berührst abends das Kissen, und schläfst sofort ein. Nicht weil du entspannt bist, sondern weil dein Körper einfach nicht mehr kann.
Beides ist Mental Load. Nur der Ausdruck ist anders.
Das hat einen Namen
Mental Load.
Nicht die Arbeit, die du siehst, das Kochen, das Waschen, das Aufräumen, dein Job als Mama-Taxi. Sondern die unsichtbare Arbeit, die auch nie aufhört: Das Planen. Das Erinnern. Das Koordinieren. Das Im-Kopf-Behalten von hundert Dingen gleichzeitig.
Das Management der Familie.
Und das landet, meistens, fast immer, in fast jeder Familie, bei der Mama.
Nicht weil der Papa es nicht will. Du verbringst am Anfang mehr Zeit mit den Kindern, weil die Kinder es in den ersten Monaten nicht alleine können. Durch diese Tatsache hast du es gemacht. Es kamen immer mehr Aufgaben dazu.
Und irgendwann war es einfach so. Ohne dass es jemand entschieden hat.
Für alle anderen. Und irgendwie auch für dich.
Übrigens: Wenn du möchtest, dass dein Partner das auch versteht, hier habe ich etwas direkt für ihn geschrieben.
Was Mental Load mit dir macht
Dein Gehirn hat nie wirklich Feierabend, deshalb kannst du nicht abschalten.
Du wirst schneller gereizt, weil du permanent unter einer unsichtbaren Last stehst.
Dabei organisierst du nur das, was sonst niemand auf dem Schirm hat, und fragst dich trotzdem, ob du zu kontrollierend bist.
Und das Schlimmste?
Du willst nicht die sein, die ständig darauf hinweist. Die nörgelt. Die delegiert und dann kontrolliert, ob es richtig gemacht wurde.
Also machst du es lieber gleich selbst.
Und das Fass füllt sich weiter.
So hast du dir das nicht vorgestellt.
Manchmal denkst du, du bist die „Doofe vom Dienst“ für alle anderen.
Ich kenne das
Ich war selbst viele Jahre alleinerziehend.
Zwei Kinder. Kein Partner, der mitdenkt. Keine Aufgabenteilung. Kein „Hast du daran gedacht?“ von jemand anderem, weil es nur mich gab.
24 Stunden am Tag war ich das System.
An den kinderfreien Wochenenden war ich wie erschossen, weil ich zu kaputt war, um irgendwas zu unternehmen.
Ich habe immer wieder überlegt, wie ich das ändern kann. Das kann doch nicht alles gewesen sein. 11 Tage am Limit, um dann 3 Tage zu kaputt zu sein, um „meine Zeit“ zu genießen.
Ich habe mir damals selbst geholfen, mit kleinen Zetteln, mit Abläufen, mit Routinen, die mir und meinen Kindern zeigten, was als nächstes kommt. Ohne dass ich es jedes Mal sagen musste.
Klare Aufgabenverteilung. Mit der Aufgabe hat jeder auch die „Verantwortung“ übernommen.
Es hat funktioniert. Nicht perfekt und nicht sofort, aber es hat mir Stück für Stück freien Raum im Kopf zurückgegeben. Und später auch das Gefühl: Ich bin nicht NUR Mama. Sondern endlich wieder ICH, Steffi.
Was wirklich hilft
Nicht noch mehr Disziplin. Nicht noch mehr Selbstoptimierung. Nicht noch eine App.
Sondern Systeme, die das Mitdenken übernehmen.
Routinen, die sichtbar sind, für Kinder und Erwachsene. Abläufe, die nicht in deinem Kopf gespeichert sind, sondern irgendwo hängen, wo alle sie sehen können.
Eine Mama schrieb mir letzte Woche:
„Ich muss immer alles alleine DENKEN.“
Genau. Nicht tun. Denken.
Und genau da setzt der Unterschied an: Wenn das System denkt, musst du es nicht mehr tun.
Ein erster Schritt gegen den Mental Load
Nimm heute Abend einen Zettel. Schreib oder male mit deinem Kind zusammen, nur eine kurze Sequenz, die für dein Kind alleine noch schwierig ist.
Die Reihenfolge der Kleidungsstücke beim Anziehen. Oder wie man Zähne putzt.
Nicht mehr.
Hängt es auf, auf Augenhöhe deines Kindes, damit es selbst draufschauen kann. Arbeitet morgen gemeinsam Schritt für Schritt ab. Am Tag darauf fragst du nur, was tust du als erstes, und lässt dein Kind schauen. Freu dich und lobe es, wenn es richtig geantwortet hat. Zieh dich langsam immer weiter zurück, sodass dein Kind es bald alleine kann.
Das ist kein großes Projekt. Das ist der erste Schritt raus aus dem Kopf, und rein ins System.
Was du noch tun kannst, wenn dir dieser Tipp gefällt
Jeden Montag um 5:55 Uhr, bevor deine Familie aufwacht, bekommst du von mir einen kurzen Impuls direkt ins Postfach.
Kein langer Ratgeber. Kein erhobener Zeigefinger. Nur ein Gedanke, eine kleine Idee, ein Moment nur für dich.
Trag dich hier ein, es kostet nichts außer einer Minute deiner Zeit.
Ich freue mich auf dich. 🧚♀️
Deine Steffi
Schreib mir gerne, was führt bei dir zum Mental-Load? Und was macht das mit dir? Ich lese jede Nachricht persönlich.

